Poltern

Poltern ist eine Störung des Sprechablaufs, die häufig zur Unverständlichkeit von Äußerungen führt. Im Unterschied zum Stotterer hat der Polterer weitgehend kein Störungsbewusstsein.


Ursachen

Die genauen Ursachen für Poltern sind nicht gesichert geklärt. Als mögliche Ursachen gelten:

  • genetische Faktoren (z. B. familiärer Sprachschwächetypus)
  • motorische Faktoren (z. B. Störungen bei der Kontrolle von Sprechbewegungen)
  • temporale Faktoren (Diskrepanz zwischen der Geschwindigkeit des Denkens und der Umsetzung der Gedanken in Sprechbewegungen)

Symptome

Beim Poltern kommt es infolge eines überhasteten und beschleunigten Sprechtempos  zu Unflüssigkeiten in Form von Silben-/, Laut-/, Wort-/ und/oder Satzwiederholungen

Die Artikulation klingt undeutlich und verwaschen. Dies äußert sich u.a. in:

  • Lautersetzungen (z. B. aus «das Glas ist voll» wird «das Was ist voll»)
  • Lautveränderungen (z. B. aus «zwitschern» wird «schwitzern»)
  • Verschmelzungen von Lauten und Silbenfolgen (z. B. aus «Mikrophon» wird «Miron»)

Logopädische Therapie

Die Therapie zielt auf die Besserung des Sprechablaufs und der Artikulation über gezielte Steuerungsvorgänge, um eine bessere Verständlichkeit der Äußerungen zu erreichen.

Sinnvoll ist hierbei der begleitende Einsatz von audiovisuellen Medien zur Förderung der Selbstbeobachtung und Eigenkontrolle.

Inhalte

  • Schulung der Eigenwahrnehmung
  • Atem- und Stimmübungen
  • Übungen zur Artikulationsmotorik
  • Übungen der Aussprache bei Wörtern, Sätzen und Gesprächen
  • Verbesserung von Betonung und rhythmischer Struktur
  • Kommunikationstraining in realen Alltagssituationen

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