Auffälligkeiten in der Grammatik/des Satzbaus (Dysgammatismus)

 

Was ist eine grammatikalische Störung?

Dysgrammat

Grammatikalische Störungen sind häufig Teil einer Sprachentwicklungsstörung. Sie zeichnen sich durch nicht altersgemäße Schwierigkeiten in der Grammatik aus.

Diese können sehr unterschiedlich sein. Im Folgenden einige Beispiele:

  • Falsche Verbstellung im Hauptsatz: Das Verb steht fast immer an zweiter Stelle. Bei Kindern mit einer Spracherwerbstörung kommt es häufig zu einer Verbendstellung („Ich Milch trinken“) auch noch mit 3 Jahren.
  • Fehlerhafte Subjekt-Verb-Kongruenz: Dem Kind fehlt das Verständnis dafür, dass das Subjekt die Endung des Verbs bestimmt. Beispiel: Statt „Du spielst“ wird „Du spiele“ gebildet.
  • Falsche Kasusmarkierung: Der Kasus zeigt an, welche Beziehung ein Nomen im Satz hat. Beispiel: Statt „Ich gehe gerne in den Kindergarten.“ wird „Ich gehe gerne in die Kindergarten.“ gesagt.
  • Falsche Genusmarkierung: Durch die Genusmarkierung wird das Geschlecht eines Nomen angezeigt („der/die/das“). Beim Spracherwerb muss diese zusätzlich gelernt werden. Beispiel: Statt „das Auto“ „die Auto“
  • Falsche Pluralmarkierung: Hier liegt eine ähnliche Problematik vor wie bei der Genusmarkierung. Auch hier muss das Kind im Laufe seines Spracherwerbs für jedes Wort dieses Merkmal erlernen. Beispiel: Statt „Bälle“ „Balle“, statt „Finger“ „Fingers“
  • Falsche Funktionswörter z. B. bei Präpositionen. Beispiel: Statt „Der Ball ist auf der Kiste“ statt „der Ball ist in der Kiste“
  • Die verschiedenen Merkmale der grammatikalischen Störung können einzeln auftreten, meistens aber in Kombination.

Was sind die Ursachen einer grammatikalischen Störung?

Man geht davon aus, dass sich verschiedene Risikofaktoren gibt, die eine Störung des Grammatikerwerbes verursachen können:

  • Kinder sind im Lauf des Grammatikerwerbes auf sprachliche Anregungen durch andere Personen angewiesen. Sind diese nicht ausreichend oder enthalten diese selbst Fehler, kann dies den Erwerb der korrekten grammatischen Regeln erschweren.
  • Hat das Kind Gedächtnisprobleme und kann sich schlecht Dinge merken, so kann es sich auch schlecht Regeln merken, die aus dem sprachlichen Vorbild der Bezugspersonen abgeleitet werden können.
  • In der Sprache spielen Rhythmus und zeitliche Abfolge eine wichtige Rolle. Bei dysgrammatisch sprechenden Kindern konnte man feststellen, dass die Wahrnehmung von zeitlichen Abfolgen gestört ist. Somit fällt es diesen Kindern schwer, die Position von Satzteilen zu identifizieren.

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